Tuer Zum Jakobgut
"Und wenn wir was zu Mampfen und eine Deckung haben, reicht das." 1.Tim6:8

Direktsprung zu den oft gestellten Fragen (FAQ)

Einleitung

Wir leben in Gemeinschaft. Gemeinschaft bedeutet für uns, sich gegenseitig liebevoll zu begegnen und einander wertzuschätzen. Es bedeutet auch, den gemeinsamen Wohnraum zusammen zu gestalten und sich im Hinblick auf den Erhalt der materiellen Substanz einzubringen, mitzuwirken und auch eigene Ideen einzubringen. Die materielle Gestaltung des Lebens ist jedoch nur der Anfang unseres gemeinsamen Zusammenlebens. Vielmehr wollen wir Wahlfamilie sein. Wir wollen uns miteinander auseinandersetzen, gegenseitig unterstützen und uns gegenseitig in unseren verschiedenen, teils auch widersprüchlichen Bedürfnissen ernst nehmen. Schlichtes Nachtlager Wahlverwandtschaft hört nicht dort auf, wo persönliche Befindlichkeiten eine Begegnung scheinbar unmöglich machen. Wie man auch in der richtigen Familie den anstrengenden Onkel nicht loswerden kann, geht es auch in einer Wahlfamilie darum, einander auszuhalten und einander liebevoll zu begegnen, auch wenn man sich teilweise persönlich fremd bleibt. Wir wollen aufrichtige Begegnung, gerade auch dann, wenn sie schwierig scheint.

An diesem Wohnprojekt sind die unterschiedlichsten Menschen beteiligt. Manche wünschen sich viel Kontakt, andere bleiben lieber für sich. Beides ist hier möglich. Die privaten Räume haben Türen, die sich abschliessen lassen. Aber man kann anklopfen und es kann aufgetan und hereingebeten werden. Es ist uns wichtig, dass die persönlichen Grenzen der Bewohner respektiert und nicht als persönliche Ablehnung verstanden werden.

Wir verhalten uns unseren Mitmenschen gegenüber so, wie auch wir uns wünschen, dass sie sich uns gegenüber verhalten. Die uns anvertraute Natur behandeln wir ebenfalls nach diesem Grundsatz und achten darauf, Lebensräume zu erhalten und nicht unseren kurzfristigen Konsumbedürfnissen zu opfern. Landwirtschaft ist möglich und erwünscht, muss jedoch diesen Grundsätzen entsprechen. Auf persönliche Eigenheiten nehmen wir Rücksicht, wir hören einander zu und wir führen Gespräche miteinander. Konflikte klären wir dialogisch. Streben nach weltlichem Ansehen und Ruhm ist nicht unser Ziel. Wir orientieren uns an inneren Werten: Altruismus, Freude, Frieden, Geduld, eine freundliche Einstellung gegenüber Anderen, Güte, Treue, Verlässlichkeit, Sanftmut, Selbstreflektiertheit. Wir sind überzeugt, dass erst Selbststärke gegenüber fleischlich ausgerichtetem Sehnen uns frei macht und die Augen öffnet für das Wesentliche.

Eine Reise nur mit mir

Ich bin über Bekannte ins Vogtland gestolpert. Da ist die Rede von Natur und Frieden und Werkeln und der Seele Raum geben. Ruhe brauchend neugierig geworden! Angefragt und offene Leute angetroffen.

Sitz im Grünen im Innenhof

Kann man euch besuchen? Ja. Also hin. Ich werde in einem 500 Jahre alten Bauernhof untergebracht. Bruchstein und Lehmwände. Hinter dem Hoftor ein Naturparadies. Hohes Gras, Schöllkraut blüht goldgelb, die Vögel zwitschern, Stille.

Tee in der Hand, sitze ich jeden Morgen auf der Treppe. Im Hof mümmeln Meerschweine. Ein Igel macht seine Runde. Nachbars Hühner gackern, manchmal blökt ein Schaf. Auf dem Kompostklo strahlendweißer Porzellantopf. Ich grinse und ertappe mich als Wasserverschleuderer in meinem ersten Leben.

Ofenheizung ... Kachelofen im Wohnzimmer ... Schlafgelegenheiten sind verschieden. Wandergesellen finden eine Matratze und saubere Bettwäsche. Wer länger oder öfter bleibt, hat sich eingerichtet. Für Selbstversorger ideale Bedingungen: Ställe, Scheunen, Obstwiese, Gartenland, Feld, Wald, Teiche - unberührt. Der Landbau soll gesund sein für Leute, die gesund sein wollen. So wie die Leute hier nicht verbogen werden sollen, so soll auch das Land seinen Frieden behalten dürfen. Ewiggestrige? Meine Eltern lebten so. Vater sagte, dass er dieses Leben auch besser beibehalten hätte. Er wäre dann glücklicher geworden. Grübel.

Wenn ich Lust habe, kann ich mitarbeiten beim dem, das gerade ansteht. In aller Ruhe versteht sich. Freude soll es machen. Ausruhen, wenn ich das brauche. So kann es doch nicht voran gehen, denke ich.

Nachmittags staune ich über mein Geschaffenes.

Geht also auch ohne hausgemachten Stress.

Auf dem Weg von Plauen nach Ranspach

Abends wird gekocht. Essen aus frischem Gemüse und Obst. Bürgerlich, heute wohl BIO. Wir reden, was der nächste Tag bringen kann und was wir uns wünschen. Still wird es, nachdem sich zurück gezogen wird. Jeder dahin, wohin es ihn zieht.

Während mein Tee zieht, sitze ich auf der Treppe. Die Farben werden matt, klarer Sternenhimmel. Fliederduft. Geräusche der Nachttiere. Wenige gute Worte mit einer Bewohnerin. Schweigen. Frieden.

Projektdaten

- Aktueller Status: Offen für neue Bewohner
- Jahrzehntelange Projektgeschichte
- Vierseithof, alter Obstgarten, 4ha Acker/Weide/Brache, 2ha Wald
- Lage am Ortsrand von Ranspach im Vogtland (ca. 250 Einwohner), Waren des täglichen Bedarfs, Ärzte, etc. in 2-3km Entfernung in Pausa und Mühltroff, Bahnanbindung in Pausa (3km) und Schönberg/Vogtl. (4km), nächstgrößere Städte sind Plauen (15km) und Hof in Bayern (30km), schwache Mobilfunkleistung, normales Kabel-DSL
- Projektwohnung in Plauen für gelegentliche Stadtaufenthalte oder Wohnen in befreundetem WG-Haus in Plauen und dann und wann auf dem Gut mitmachen
- Sanft hügelige gut fahrradtaugliche Landschaft, Dorf liegt in einer Senke, landwirtschaftliche Flächen um das Dorf, dahinter größere Wälder, auf Hügelkuppen schöne Weitsichten bei Höhendifferenzen von bis zu 100m, lehmbautauglicher Lehmboden mit Schiefer als Muttergestein

Projektziele

- Mit Menschen zusammenleben, die gut mit mir umgehen und ebenso selbst gut mit ihnen umzugehen (Orientierung: Altruismus, Freude, Frieden, Geduld, innerlich freundliche Einstellung gegenüber anderen, Gütigkeit, Treue, Verlässlichkeit, Sanftmut, Selbstreflektiertheit, Selbststärke gegenüber Weltlichem)
- Interessierten verschiedene Möglichkeiten für ein selbstbestimmteres, wacheres, freieres Leben zur Verfügung stellen zu können. Möglicherweise vorhandene Bedürfnisse an persönlicher Rechtssicherheit sind direkt anzusprechen und werden individuell vereinbart
- Diese Möglichkeiten im Alltag zu nutzen

Unsere Wege der Umsetzung

- Möglichst wenig Zwang innerhalb der Gemeinschaft ("Je schlechter ein Volk ist, desto mehr Gesetze braucht es"), wie auch möglichst wenig Zwang zu Gemeinschaft (kein generell allgemeinverbindlicher Tagesrhytmus, skeptische Einstellung gegenüber "Ritualen"), flexible Entscheidungsstrukturen
- Keine verpflichtende Gütergemeinschaft, keine Zwangsdarlehen, kein Erwerb von Genossenschaftsanteilen, Regierecht über freiwillig eingebrachte persönliche Ressourcen
- Abstecken seperater überwiegend seit einigen Jahren brachliegender Flächen auch von über 1000qm zur selbst geplanten ökologischen Bewirtschaftung möglich
- Wahlmöglichkeit zwischen bei Bedarf sozialhilfeverträglichem "Miete zahlen" oder "intern tätig sein". "Süchtige" (illegale Drogen, Alkohol, Tabak) zahlen immer Miete
- Man kann uns ergänzend zu den anderen Zielen auch als sehr individuelles Meditationshaus betrachten. Was wir dabei weniger mögen sind Manager, die hier "auftanken" möchten, um danach ihr Leben genauso wertlos fortzuführen wie vorher

Blick von unserem Land

Platz für Selbstversorger, Minimalisten, Sucher des Wesentlichen und mehr

Jeder von uns trägt eine Vorstellung von Paradies mit sich herum und wird von ihr wie einem sicheren Wissen getragen.

Obstgarten Als paradiesisch empfinden wir eine Umgebung, wenn unser Inneres angekommen ist ... dort wo es sein darf wie es ist, tun kann was es will und braucht ... und angenommen wird. Und dennoch fürchten wir oft, diese Vorstellung zu äußern, weil wir bestenfalls für hoffnungslose oder weltfremde Romantiker gehalten werden. Nun sagt der Volksmund uns, dass wir nicht allein auf der Welt sind, was sowohl Versprechen als auch Hindernis sein kann, sich vollständig auszuleben.

Aber auch da, wo es gründlich schief geht, hält sich der Glaube daran, dass eine Gemeinschaft gefunden werden kann, die gelingt. Und das ist doch eine gute Ausgangssituation!

Bei der Talsperre Zeulenroda

In alten Texten wird uns ein Heim im Himmel versprochen, weil dort eine Wohnung für uns bereitet sei. Das finden viele zu hoch aufgehängt. Weil es uns so weit weg erscheint vergessen wir oft, dass wir schon hier mitten in dieser Welt ein himmliches Heim begründen können. Jedenfalls sollten wir wenigstens den Versuch wagen!

Eine Wohnung ist ein ganz privater Platz in einem Haus, in welches jedermann einziehen könnte aber der jeweilige private Raum nur für den einzelnen Bewohner reserviert ist. Bei diesem Haus handelt es sich nicht um einen gewerblich oder industriell ausgerichteten Bau, keinen Stall, kein Warenhaus, nicht um einen Messestand, nicht um einen Präsentationspavillon ...Das Jakobgut

Einfach schöner Wohnen „darf“ man dort.

Die privaten Räume sind durch Mauern von den Wohnungen der anderen Mitbewohner abgegrenzt, aber alle haben Türen, durch die man schreiten darf, wenn angeklopft, aufgetan und zum Besuch eingeladen wird. Auf den Fluren und in den Gemeinschaftsräumen trifft sich, wer mit ein Ander sein will, kann reden oder schweigen oder die Werke seiner Hände und seines Geistes teilen mit anderen Bewohnern und sich an seinen Werken erkennen lassen.

Achtung und Ehrerbietung vor dem Schöpfer und der Schöpfung wollen in Sanftmut gelebt werden. Und auch für Menschen, denen der Schöpfer nichts sagt, ist eine Wohnung vorhanden, wenn sie einziehen möchten. Wir wollen nicht nebeneinander sondern miteinander leben und füreinander da sein, wenn es nötig ist.

Die Türen zu unseren Wohnungen stehen offen zum Einzug!

Sie und du und Ihr seid herzlich eingeladen.

Die Jakobgutgemeinschaft

Dir ist das hier alles zu schwammig? Wir sind gespannt auf deine Ideen. Schreib uns, was du vorhast. Vielleicht gefällt es uns: kontakt(ät)jakobgut.de

Worte der Oadier im Jakobgut

Was ist das eigentlich, das wir hier im Jakobgut machen? Gar nicht so leicht zu beschreiben. Da sich immer mal wieder manche mit Blick auf uns an klösterliches Leben erinnert fühlten, könnte man uns vielleicht tatsächlich als eine Art Orden betrachten. Einen Orden, in dem es keine Ordenregeln oder militärähnlichen Hierarchien gibt, wie man es sonst kennt und in dem auch übliche rituelle Gewohnheiten vieler christlicher Orden von Uniform bis Tagesplanung keine Rolle spielen. Um mit hier zusammen mit Oadiern zu leben, braucht man wie auf der restlichen Homepage erwähnt auch nicht religiös oder christlich sein und das war bei uns auch noch nie anders. Es ginge in diesem Gedankenmodell eines oadischen Ordens um das Leben der bereits genannten Werte gemäß des Neuen Testaments.

Grußwort von den "Zellen der Liebe"

Auf dem Weg von Waldfrieden nach RanspachViel ist schon gesagt worden zu den Fragen des Lebens von Liebe, über gegenseitige Liebe, Freundschaften, Vertrauen unter Menschen, das tiefer werden darf, auch über schöne Worte wie Freiheit und auch dazu, dass andere Wege des gelebten Miteinanders unter Menschen so wichtig sind.
Das Leben und das Tun dieser zuerst einmal leeren Begriffe ist an der Reihe!
Ein neues und anderes Miteinander muss kommen!
Dazu müssen Menschen nicht in jedem Fall im selben Haus wohnen.
Aber gerade dies bietet besondere Chancen, neue Wege auf den Sektoren "Begegnungen" und "Beziehungen" zu wagen und lernen zu können.
Freilich auch eigentümliche neue Risiken, die alles schneller zerbrechen lassen, als es richtig angefangen hat.
So braucht es Freiräume, wie der einzelne Mensch sie benötigt. Und ein Miteinander auf Augenhöhe und "irgendeine ziemlich starke Kraft", die das und diejenigen verbinden kann, die sich sonst schneller wieder vom jeweils anderen trennen, als man es zuerst erahnt.
Ein anderes Miteinander im Jakobgut.
Nicht unter perfekten Menschen - stattdessen genau das Gegenteil:
Unter sehnsuchtsvollen Menschen (fast) aller Art, die schwächer sind und sein dürfen, als sie zu sein scheinen.
Ein neues Leben in ganz anderen Formen des Miteinanders - genau das ist ein Potenzial, das im Jakobgut steckt. Gerne erinnere ich mich an die Besuche, den ich dort mit meiner Frau und unseren Kindern machen durfte.
Sehr gerne hoffe ich auf das große Potenzial und auf Menschen, die mitmachen.
Auch ich und wir machen (wenn auch meistens aus der Ferne) gerne mit und tragen das Jakobgut von ganzem Herzen mit! 1000 gute Wünsche und mehr als das!
Ich persönlich wünsche Euch (und mir) ganz besonders Folgendes für das Jakobgut:
Dass etwas wächst, wo zwischen kleinen und wirklich schwachen Menschen (wie z.B ich einer bin) etwas wächst, ein Leben und Tun gut, fest gegründet wird und lebendig wächst, das als tiefe und offene und einladende Liebe und als Raum echter Freundschaft unter Unterschiedlichen mit vollem Recht bezeichnet werden kann.

Eurer Thomas Thiele
Gründer und Begleiter des Projektes Zellen der Liebe
(und evangelisch-lutherischer Christ "der ziemlich anderen Art")
aus Spiegelau im Bayerischen Wald


Oft gestellte Fragen - Frequently Asked Questions (FAQ)

Allgemeine Fragen zu den Projekten
Gegebenheiten in und an den Häusern
Finanzen

Allgemeine Fragen zu den Projekten

1.1. Welche Projekte gibt es? Wie kann ich in den einzelnen Projekten mitwirken?

Wir bewohnen zwei Lebensorte, einer liegt ländlich in einem Gutshaus, dem Jakobgut, der andere liegt in relativer Zentrumsnähe in der Stadt Plauen, der fünftgrößten Stadt Sachsens, unweit der bayrischen Landesgrenze. Wir möchten an beiden Orten gemeinschaftlich zusammenleben. Es ist ausdrücklich erwünscht, dass von Bewohnern an beiden Orten gelebt werden kann. Bewohner, die im Gut leben, können sich auf Wunsch auch für längere Zeit im Stadthaus einquartieren. Ebenso können sich Bewohner des Stadthauses bei Interesse im Gutshaus einquartieren, sofern zu der Zeit genügend Wohnraum im Gutshaus vorhanden ist. Es kann also sein, dass Stadthausbewohner im Gut keinen persönlichen Wohnraum haben können, sondern Räume abwechslungsweise nutzen müssen. Dies gilt selbstverständlich nur, wenn Wohnraum im Gut knapp werden sollte. Wir wollen gut miteinander umgehen und orientieren uns an den Werten Altruismus, Freude, Frieden, Geduld, innerlich freundliche Einstellung gegenüber anderen, Gütigkeit, Treue, Verlässlichkeit, Sanftmut, Selbstreflektiertheit, Selbststärke gegenüber Weltlichem. Mit uns zusammen kannst du ein selbstbestimmteres, wacheres, freieres Leben führen. Es ist ausdrücklich gewünscht, sich aktiv mit eigenen Ideen zur Gestaltung des Zusammenlebens und des Lebensraumes einzubringen. Im Jakobgut ist Landwirtschaft nach ökologischen Prinzipien möglich, gegebenenfalls kann auch ein Stück Land in Absprache abgesteckt und bebaut werden. Wenn du möchtest, kannst du von unserer Seite her auch zeitweise oder dauerhaft direkt bei dem durch dich abgesteckten Land in einem Zelt, einer Hütte oder einem Bauwagen leben.

1.2. Ihr schreibt, ihr seid Selbstversorger. Was versteht ihr unter Selbstversorgung?

Unser Hauptziel ist innere Zufriedenheit. Wir richten unser Tun nach diesem Ziel aus. Dies bedeutet, dass wir materielle Selbstversorgung diesem Streben nach innerer Zufriedenheit unterordnen. Selbstversorgung verstehen wir als grundlegendes Konzept, das möglichst viele Aspekte des menschlichen Seins durchzieht. Dies bezieht sich einerseits auf Selbstversorgung der Gemeinschaft mit Nahrungsmitteln. Landwirtschaft nach ökologischen Prinzipien ist im Gutshof möglich. Auch andere Bedürfnisse des täglichen Bedarfs können auf Wunsch selbst gestillt werden, so kann zum Beispiel Kleidung selbst hergestellt werden, es können Holz- und Bauarbeiten selbständig durchgeführt werden. Unser Verständnis von Selbstversorgung bezieht sich andererseits auch auf die geistig-seelische Ebene. Wir wollen genügsam leben, wir wollen uns von Abhängigkeiten befreien, die wir nicht nur auf der Substanzenebene, sondern auch auf der individuellen und gesellschaftlichen Ebene erkennen. Wir wollen erkennen, was uns nicht gut tut. Wir wollen füreinander sorgen, uns aber auch in der Gesellschaft einbringen, in Bereichen, in denen wir dies als sinnvoll erachten und in einer Weise, in der wir unsere Bedürfnisse nach innerer Reinheit nicht verletzt sehen.

1.3. Was passiert mit ungenutzten Flächen?

Flächen, die derzeit nicht genutzt werden, liegen brach. Sie werden nicht für konventionelle Landwirtschaft verpachtet. Die Böden sind ausgeruht, die Schichtung weitgehend wiederhergestellt. Auf diesen ungenutzten Flächen wächst derzeit, was von selbst darauf wachsen möchte.

1.4. Wie hängen die einzelnen Projekte zusammen?

Im Stadthaus gibt es Wohnraum, der von Bewohnern des Jakobguts auf Wunsch während Stadtaufenthalten genutzt werden kann. Auch längere Stadtaufenthalte sind auf diese Weise möglich. Ebenso können Stadtbewohner auf Wunsch längere Aufenthalte im Gut einlegen, hier kann jedoch bei Wohnraumknappheit nicht garantiert werden, dass jeder ein eigenes Zimmer erhält.

1.5. Muss ich definitiv entscheiden, wo ich mitwirken will oder kann ich mich auch in mehreren Projekthäusern engagieren?

Engagement in beiden Projekthäusern ist möglich und erwünscht. Mitwirkung in lediglich einem Projekt ist ebenso möglich.

1.6. In welchem Umfeld sind die Projekte angesiedelt (Stadt, Land, Park, Wasserfläche)?

Im Sommer erfrischen sich Einheimische und Gäste des Jakobguts in einem landschaftlich schön gelegenen Freibad. Das Dorf durchströmt ein Bach und im Dorf wie auch in der Umgebung bezaubern verschlungene flache Hügeltäler mit natürlichen Teichen, die Angler, Schwimmer und viele Tierarten anziehen.
Das Stadthaus thront in der Nähe des Zentrums auf einer baumbestandenen Anhöhe und gibt einen weiten Blick über die Stadt auf Hügeln frei. Nahe des Zentrums fließt die Weiße Elster, an deren Ufer nahe des Stadtbades ein Lokal mit Sandstrand zum Seelenbaumeln einlädt. Auf einem schönen Uferweg bereiten Spazieren und Fahrradfahren angenehmes Vergnügen. Einkaufszentren, Altstadt mit Veranstaltungshöfen, Schloss und hängende Gärten, die ihrem alten Glanz entgegen träumen, sind gut zu Fuß zu erreichen.
In vielen Winkeln besinnt sich die Stadt auf die kunsthanderklichen Fähigkeiten ihrer Menschen. Es ist ein spannendes Umfeld, in welchem das Stadthaus zur Mitgestaltung einlädt. Ruhige Bürgerlichkeit in Gründerzeithäusern ist gleichermaßen zu finden wie eine alternative Szene, die Spannung ins Viertel bringt, Handwerksbetriebe schaffen wirtschaftliches Leben in kurzer Entfernung und hübsche Häuser, an denen der Zahn der Zeit knabberte, träumen im Dornröschenschlaf von ihrer Wiederbelebung.

1.7. Ist gemeinschaftliche Selbstverwaltung möglich?

Gemeinschaftliche Selbstverwaltung ist bei Interesse möglich. Dafür muss auch die Bereitschaft bestehen, Verantwortung zu übernehmen. Bislang hat die Erfahrung gezeigt, dass seitens der Bewohner zu wenig Interesse an formaler Selbstverwaltung besteht.

Gegebenheiten in und an den Häusern

2.1. Was ist an Infrastruktur in den Häusern vorhanden? Gibt es fliessend Wasser? Womit wird geheizt? Wie sieht es mit Toiletten aus?

Die Haustechnik in unseren Häusern ist in der Regel einfach gehalten. Im Stadthaus gibt es in Teilen fliessend Warm- und Kaltwasser. Im Gut wird Warmwasser in der Regel selbst mit einem Festbrennstoff-Ofen hergestellt. Die Toilette im Gut befindet sich ausserhalb in der Nähe des Gebäudes. Es ist ein Kompostklo direkt am Gebäude geplant.
Die Heizung in beiden Gebäuden erfolgt individuell im Zimmer mittels eines Holz-, bzw. Kohleofens. Im Stadthaus ist das Verlegen einer Zentralheizung in Teilen des Gebäudes angedacht, aber bislang nicht umgesetzt.

2.2. Wie sind die einzelnen Zimmer ausgestattet?

Die Ausstattung der einzelnen Zimmer ist in der Regel einfach. Individuelle Anpassungen sind für Daueraufenthalter möglich, sprich uns am Besten auf deine Wünsche an. Für kürzere Schnupperaufenthalte sind Matratzen oder auch einfach ausgestattete Gästezimmer vorhanden, wenn du hier einziehen möchtest, kannst du deine eigenen Möbel und Gegenstände mitbringen.

2.3. Ich habe konkrete Ideen, wie meine privaten Räume aussehen sollen. Kann ich diese bei euch umsetzen?

Du kannst dein Zimmer nach Belieben dekorieren. Wenn du Renovationsarbeiten durchführen möchtest, dann musst du dich mit uns absprechen.

2.4. Ich halte Tiere. Kann ich diese mitbringen? Was muss ich dabei berücksichtigen?

Haustiere sind an sich erlaubt, lediglich das Halten von Hunden hat sich im Zusammenleben mit anderen Haustieren und auch darüber hinaus als problematisch herausgestellt. Im Gutshaus sind Hunde nicht erlaubt. Denkbar ist es, Hunde auf dem Land jenseits des Gartenzauns zu halten und sie nicht zum Haus mitzunehmen. Bei Interesse zeigen wir dir gerne, bis wo der Hund sich bewegen kann.

2.5. Ich bin Raucher. Ist das in euren Gebäuden erlaubt?

Nein, bei uns können nur Nichtraucher einziehen und auch Besuchern und Gästen ist das Rauchen nicht gestattet.

2.6. Kann ich nach meinen Vorstellungen renovieren oder muss ich mich an Vorgaben zur Erhaltung der Vermögenswerte halten?

Grundsätzlich kannst du nach Absprache deine Vorstellungen bei Renovationsarbeiten umsetzen. Du musst jedoch beachten, dass baubiologische Kriterien im Gut eine grosse und im Stadthaus eine nennenwerte Rolle spielen. Am besten besprichst du deine Ideen mit uns und wir schauen, was sich wie umsetzen lässt.

Finanzen

3.1. Muss ich eigenes Kapital in die Projekte einbringen?

Nein, du musst kein Kapital einbringen, du musst auch keinen Genossenschaftsanteil oder dergleichen erwerben.

3.2. Worüber finanziert ihr euch als Gemeinschaft?

Es ist so viel Geld vorhanden, wie von den Gemeinschaftsmitgliedern freiwillig oder in Form von Mietzahlungen eingebracht wurde. Es gibt verschiedene zweckgebundene Töpfe.

3.3. Wie hoch ist die Miete?

Die Höhe der Miete wird individuell vereinbart und hängt vom individuellen Wohnraum ab. Die Höhe der Kaltmiete (Version Geldzahlung) ist prinzipiell sozialverträglich. Verbrauchskosten werden prinzipiell verursachergerecht verteilt.

3.4. Kann ich Miete durch Arbeitsleistung kompensieren? Wie muss dann meine Arbeitsleistung ausfallen?

Das kannst du gerne tun. Besprich dies am Besten mit uns, dann sagen wir dir, was du in welchem Umfang dafür tun kannst.

Derzeitige Richtwerte als Entsprechung der Kaltmiete (Normalzimmer) sind 5 Stunden Bringschuld pro Woche anspruchsvollerer Tätigkeit (z.B. Ziegelsteine zum Mauern schleppen) oder 12 Stunden Bringschuld leichterer Tätigkeit (z.B. ein Zimmer anstreichen).

Bringschuld bedeutet, daß die Haltung demgegenüber keine sein sollte, die darauf hinausläuft sich von Gemeinschaftsverantwortlichen stets anflehen zu lassen doch mal etwas abzuleisten. Wer Teile dieser Bringschuld nicht engagiert erbringt, der schuldet den fehlenden Rest der Kaltmiete in Geld. Viele Tätigkeiten können je nach vorheriger Vereinbarung als Zeit abgerechnet werden oder ohne Zeitdruckfaktor als ergebnisorientierter Stundenwert (z.B. einen Haufen Bauholz auf den Dachboden schaffen für 10 Stundenwerte anspruchsvollerer Tätigkeit), egal wann es getan wird oder wieviele Pausen gemacht werden. Es handelt sich dabei jeweils um Tätigkeiten, die im Rahmen des gemeinsamen zweckgebundenen Wirtschaftstopfes "Haus" im Auftrag der Gemeinschaft erfolgen und zwar in einer Art, die nicht auf tolerierten oder ungewollten Pfusch oder zu große Zeitschinderei hinausläuft, sondern zur Zufriedenheit der Gemeinschaft erfolgt. Diese Stundenwerte werden über die Zeit hinweg überwiegend stark unregelmäßig abgerufen, je nach Bedarf und Vereinbarkeit. Diese Werte sind grundsätzlich nicht aufrechenbar mit selbstgewählten oder zweckfremden Tätigkeiten ohne entsprechende vorherige Zustimmung von Seiten der Gemeinschaftsverantwortlichen. Sondervereinbarungen sind mit Blick auf zukünftige Zeiträume möglich, etwa ein Tausch geernteter Selbstversorgungsnahrung gegen eine Entsprechung der Kaltmiete.

3.5. Kann ich auch Teil eurer Gemeinschaft werden, wenn ich an mehreren Orten lebe und nur manchmal da wäre? Was passiert dann mit meinen Sachen?

Es ist möglich z.B. jeweils im Wechsel einige Zeit bei uns zu leben und einige Zeit woanders. Dies ist Sache individueller Absprachen. Gleiches gilt für die Frage nach Stauraum oder einem festen Zimmer ohne Zugang für andere auch in Zeiten der Abwesenheit und den entsprechenden Gegenleistungen dafür.

Blick auf das Dorf


Netzwerkpartner:
- Oadien
- Zellen der Liebe

Werde reich durch Konsumverzicht: Nach einer wissenschaftlichen Reichtumsdefinition ist reich, wer von den Erlösen seines Vermögens leben kann.

Dunkler Wald

Feind der Dunkelheit ist die Dunkelheit.

Impressum